Auswärtiges Amt in Berlin

Der Lichthof - Ein Ort der Begegnung



Das Herzstück des Auswärtigen Amts bildet der 1934 errichtete Altbau mit seiner wechselvollen Geschichte. Bis 1938 als Reichsbank genutzt, zog 1959 die Parteizentrale der SED in das Gebäude. 1995 fiel die Entscheidung, hier das Auswärtige Amt unterzubringen und durch einen Neubau zum Werderschen Markt hin zu ergänzen. Dieser wurde zwischen 1997 und 1999 nach Entwürfen der Architekten Thomas Müller und Ivan Reimann errichtet.



Dem Umbau des Altbaus lag der Leitgedanke der „drei Schichten“ des Architekten Hans Kollhoff zu Grunde, die den drei verschiedenen Epochen des Gebäudes entsprechen und gleichzeitig die historische Substanz des Gebäudes akzeptieren. Der „ersten Schicht“, dem originalen Reichsbankgebäude aus der NS-Zeit und der „zweiten Schicht“, den Um- und Einbauten der DDR-Zeit, wurde eine dritte, „neue“ Schicht hinzugefügt. Diese gibt dem Bau einen frischen, modernen Akzent, ohne die beiden älteren zu verdecken. Zudem soll mit ihr sichtbar gemacht werden, dass die Politik des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik mit der der beiden deutschen Diktaturen keine Gemeinsamkeiten hat.

Die Öffnung des Hauses durch die drei frei einsehbaren Höfe – neben dem Lichthof auch der Bibliothekshof und die Protokollvorfahrt – orientieren sich zur Stadt und entsprechen dem Wunsch des Architekten nach Öffentlichkeit und Transparenz. Auch zahlreiche zusätzlich eingesetzte Fenster und Lichtdecken, die Errichtung von Gärten auf der terrassierten Dachlandschaft und eine neuen Farbgebung des Gebäudes dienen diesem Zweck.

Der für Besucher offen zugängliche Lichthof lädt mit riesiger, 30x20 m großen, transparenten Glasfassade dazu ein, das Besucherzentrum zu betreten – ein Angebot, von ca.30.000 Bürger jährlich Gebrauch machen. Er soll einen überdachten städtischen Platz in der Mitte Berlins darstellen. Die Fassade des Lichthofs wurde von dem Glaskünstler James Carpenter als Glasvorhang konzipiert, der durch seine Reflexionen und Farbigkeit den Charakter des Raums bestimmt. Die beschichteten, farbig das Licht reflektierenden Gläser und die an den Dachträgern befestigten metallenen Reflektoren werfen das vom Süden kommende Licht auf die im Schatten liegenden Fassaden des Hofs. Die Farbigkeit und die Intensität der Lichtreflexe verändern sich je nach Lichteinfall, Tages- und Jahreszeit. Bei Nacht strahlt die farbig reflektierende Glasfassade weit in die Nacht hinein und wird schon von weitem zum Erkennungszeichen des Auswärtigen Amtes.

Im Lichthof werden wechselnde Ausstellungen internationaler Künstler gezeigt, die Ausdruck der vielfältigen Kooperation mit verschiedensten Nationen sind.