Dr. Brümmer
Deutscher Botschafter in Bangkok
Grenzen überschreiten, sich annähern und austauschen: Künstler tun sich dabei leichter als Politiker. Die Ausstellung „coming closer“ und ihre Protagonisten stehen ganz in dieser Tradition des Suchenden und Verbindenden der Kunst. Drei thailändische und vier deutsche Künstler haben sich vor Jahren zusammengefunden, um andere und anderes zusammenzubringen. Sie verstehen sich als Bindeglied zwischen der europäischen und der asiatischen Kultur - ganz besonders zwischen der deutschen und thailändischen. Daher war die Ausstellung von Anfang an als eine gemeinsame konzipiert. Dass dies nun in den beiden Hauptstädten Bangkok und Berlin verwirklicht werden kann, ist ein Glücksfall.
Die Künstler selbst sind Grenzgänger im ursprünglichen und übertragenen Sinne des Wortes. Jeder von ihnen hat sich intensiv auf die jeweils andere Kultur eingelassen, hat manchmal sogar mehrere Jahre im anderen Land gelebt. Und deshalb gelingt es ihnen, die Faszination und Vielfalt des Anderen ganz ohne Worte für jeden Betrachter verständlich zu machen mit den Mitteln der Malerei, Fotografie oder Skulptur.
Dem Künstler, stets suchend nach dem Neuen und zum Austausch bereit, ist vielleicht der Kaufmann am ähnlichsten. Deshalb ist es passend, dass die Ausstellung zeitgleich zum Asien-Pazifik-Forum der deutschen Wirtschaft im September in Berlin im Auswärtigen Amt zu sehen sein wird. Wenn die Spitzen der deutschen und asiatischen Wirtschaft zusammenkommen, wird die Ausstellung Beleg für die kulturelle Verflechtung der beiden Regionen sein. Wer je die kulturellen Unterschiede zwischen Thailand und Deutschland am eigenen Leibe erfahren hat, sei es beruflich oder privat, der weiß, wie notwendig das gegenseitige Kennen und Verstehen ist.
Ich wünsche der Ausstellung Erfolg und viele Besucher, die sich auf das Thema der Aussstellung einlassen und sich dem Fremden, dem Anderen so vorurteilsfrei und offen nähern wie die sieben Künster selbst.