Dorine Crass
Skulpturen
Seit 1999 freischaffende Künstlerin in Berlin
1996 1999 Studium der Freien Kunst an der Universität Gesamthochschule Kassel bei Prof. Ralf Busz und Prof. Dorothee von Windheim
1994 - 1996 Studium an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle
1993 - 1999 Atelier in Leipzig
1991 - 1993 Geschäftsführerin der BQEGmbH Leipzig
1989 - 1991 Arbeit als Dipl.-Ing. in der Industrie
1984 - 1989 Studium der Werkstofftechnik an der TU Chemnitz
1963 geboren in Leipzig

Wenn Skulpturen wachsen
Meine Skulpturen aus Draht und Papier entstehen aus der Faszination für die Vielfalt der Formen in der Natur. Meiner Arbeit liegen ein naturwissenschaftliches Verständnis und Erkenntniswille, die Neugier für Zusammenhänge, Fragen nach der Entstehung und der ständigen Entwicklung und Veränderung der Lebensformen zugrunde. Meine Gedanken und Vorstellungen versuche ich in meinen Skulpturen mit einer bestimmten Ästhetik sichtbar und erfahrbar zu machen. Dabei wünsche ich mir den aktiven Betrachter, der mit seiner Wahrnehmung und Phantasie auf Entdeckungsreise geht. Die Skulpturen „wachsen“ aus Draht und Papier, sind sehr leicht und fragil. Leben ist für mich leicht zerstörbar, gefährdet. Dies führt auch zu der Frage, wie wir als Menschen zusammenleben.
„coming closer“ ist eine Möglichkeit der Kommunikation mit den Mitteln der Künste zwischen zwei sehr verschiedenen Kulturen. Mein Asienbild war zunächst sehr stark von japanischer Ästhetik geprägt. Die Einfachheit der Formen Japanischer Teekeramik und die Herstellung mit und aus der Natur haben mich sehr fasziniert. Eine Sehnsucht, im Einklang mit der Natur ein einfaches Leben zu führen, wie die Zen-Buddhisten es nahe legen, tragen viele Menschen der Industriegesellschaft in sich. Thailand, als ich es dann selbst besuchte, hatte nichts davon. Ein rasend schnelles, lautes, hektisches modernes Leben neben festen Traditionen, einem streng praktizierten Buddhismus und großer Verehrung für dasThailändische Königshaus: ein Verständnis kann sich nur sehr langsam entwickeln. Die Verschiedenheit der Kulturen kann aber auch die Möglichkeit für Neues in sich bergen. Für eine Skulptur, die ich für dieses Projekt plane, untersuche ich die Formensprache traditioneller Thailändischer Kunst, werde versuchen, sie in meine Formen einfließen zu lassen und vielleicht entsteht daraus eine Synthese.
